Teilagonist am 5‑HT2A‑Rezeptor wie die klassischen Psychedelika, aber ein Phenethylamin — chemisch näher am Meskalin als am Psilocybin. Wirkt in Milligrammmengen, und die Spanne zwischen leicht und stark ist schmal.
Zwei Verwechslungen sind belegt und unterschiedlich gefährlich. Erstens NBOMe-Verbindungen wie 25B-NBOMe: sie werden als 2C-B ausgegeben, wirken schon im Mikrogrammbereich und haben zu Todesfällen geführt — eine als 2C-B dosierte Menge wäre eine massive Überdosis. NBOMe wirkt über die Mundschleimhaut, 2C-B praktisch nicht; ein Löschblatt, das „2C-B“ heißen soll, ist deshalb ein Warnzeichen. Zweitens das rosa Pulver namens „tusi“ oder „pink cocaine“, das den Namen trägt und laut Analysen meist Ketamin, MDMA und Koffein enthält. Beide Fälle lassen sich am Aussehen nicht erkennen.
Beschreibt Wirkungen und Risiken, empfiehlt keinen Konsum, ersetzt keine ärztliche Beratung. In Deutschland und Österreich unterliegt 2C-B dem Betäubungsmittel- bzw. Suchtmittelrecht. Mengen gelten für gesunde Erwachsene ohne Vormedikation und ohne Toleranz.
Wann davon abzuraten ist
Psychose, Schizophrenie oder bipolare Störung in der eigenen oder familiären Vorgeschichte. Ebenso jede laufende Einnahme von MAO-Hemmern — bei Phenethylaminen ist diese Kombination nicht nur verstärkend, sondern gefährlich.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. 2C-B verengt die Gefäße deutlicher als die klassischen Tryptamine, die Kreislaufbelastung ist hier ein eigenes Thema und keine Fußnote. Ebenso: Schwangerschaft, akute psychische Belastung, allein oder ohne nüchterne Begleitperson.
Wirkung
körperlich und kognitivZwischen leicht und stark liegen wenige Milligramm, und mit der Menge ändert sich nicht nur die Stärke, sondern der Charakter: unten eher anregend und körperbetont, oben deutlich psychedelisch. Das ist der Grund, warum die Waage hier mehr entscheidet als bei den meisten anderen Substanzen dieser Klasse.
Dosierung
oral · ohne toleranzTabelle seitlich verschiebbar →
Nasal ist nicht dieselbe Substanz mit anderem Weg. Die wirksame Menge liegt dort bei einem Bruchteil, die Anflutung ist steil und der Brennschmerz erheblich — von Konsumierenden regelmäßig als das Unangenehmste an der Substanz beschrieben. Die schmale Spanne zwischen leicht und stark wird dadurch noch schmaler. Wie sich kleine Mengen überhaupt verlässlich teilen lassen, steht unter Abmessen.
Wirkdauer
Der zeitliche Verlauf, nicht die Stärke: die Höhe ist der Anteil am eigenen Höhepunkt und hat keine Einheit. Sie stammt aus denselben vier Werten wie die Tabelle darüber — die obere Grenze jeder Spanne, also der längere der beiden Verläufe.
Der Wirkbeginn ist für ein Psychedelikum langsam — bis zu anderthalb Stunden. Nachlegen in dieser Zeit ist der häufigste Weg in eine ungewollt hohe Dosis, und bei einer Substanz, deren Spanne zwischen leicht und stark zehn Milligramm beträgt, fällt das stärker ins Gewicht als anderswo.
Pharmakologie
was im Körper geschiehtBei MAO-Hemmern verhalten sich Phenethylamine anders als Tryptamine: Während die Kombination mit Psilocybin vor allem verstärkt und verlängert, kann sie hier zu Blutdruckkrisen führen. Wer MAO-Hemmer nimmt — auch pflanzliche oder als Antibiotikum verordnete —, hat es mit einer anderen Risikoklasse zu tun als beim Rest dieser Substanzgruppe.
Wechselwirkungen
6 erfasstBei Phenethylaminen nicht bloß verstärkend, sondern gefährlich: Blutdruckkrisen sind beschrieben. Betrifft auch pflanzliche MAO-Hemmer und einzelne Antibiotika. Nicht kombinieren. Zur Kombination →
Aus Fallberichten sind Krampfanfälle in Kombination mit Psychedelika beschrieben. Gilt als eine der gefährlichsten Kombinationen dieser Klasse. Zur Kombination →
Senkt die Krampfschwelle; in Kombination steigt das Risiko eines Anfalls. Zur Kombination →
Amphetamin, Kokain und ähnliche Stoffe addieren Gefäßverengung und Kreislaufbelastung zu einer Wirkung, die beides ohnehin schon mitbringt.
Verstärkt die Wirkung unvorhersehbar und kann sie in Richtung Angst kippen lassen. Eine der häufigsten Ursachen für schwierige Verläufe.
Dämpft die Wirkung oft deutlich. Das Risiko liegt nicht in der Kombination selbst, sondern im Nachlegen, das daraus folgt.
Was darüber hinaus gilt
Ein Reagenztest sagt, was drin ist. Er sagt nicht, wie viel — und er schließt nichts aus. Der Unterschied zwischen den Verfahren ist genau der Unterschied, der zählt.
Bei manchen Klassen verschieben die Umstände den Verlauf stärker als die Menge. Bei anderen fast gar nicht. Der Unterschied ist praktisch nutzbar.
Angst, Kontrollverlust, das Gefühl, es hört nie auf. In aller Regel vorübergehend und ohne Rettungsdienst zu bewältigen — solange man weiß, wo die Grenze zum Notfall liegt.
Wenn es schwierig wird
Angst und Kontrollverlust sind unangenehm, aber in aller Regel vorübergehend. Was hilft:
Umgebung wechseln — Licht, Geräusche, Menschenmenge reduzieren. Frische Luft.
Ruhig bleiben und dabeibleiben. Eine nüchterne Person, die nicht diskutiert, sondern begleitet, ist die wirksamste Hilfe.
Daran erinnern, dass es aufhört, und woran es liegt. Die Zeitwahrnehmung ist verzerrt.
Ärztliche Hilfe holen bei Krampfanfall, Bewusstlosigkeit, sehr hohem Puls, Brustschmerz, starker Überhitzung oder wenn eine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Sag dem Rettungsdienst, was genommen wurde — das ist für die Behandlung entscheidend und nicht strafbar.
Toleranz
Schon eine einzelne Einnahme senkt die Wirkung der nächsten Tage erheblich. Kreuztoleranz zu anderen Psychedelika.
Das Ausgleichen der Toleranz durch eine höhere Menge ist der übliche Fehler — bei dieser Substanz skalieren Kreislaufbelastung und Körperwirkung besonders deutlich mit.
Woher es kommt
Stellte 2C-B 1974 erstmals her und beschrieb es später in „PiHKAL“ zusammen mit seiner Frau Ann. Er hielt jahrelang eine Sondergenehmigung der US-Drogenbehörde für die Arbeit mit verbotenen Stoffen — bis sie ihm 1994 entzogen wurde.
In seinem Labor hinter dem Wohnhaus in Kalifornien. Es ist eine von mehreren hundert Substanzen, die er selbst synthetisiert und an sich getestet hat.
Nach dem Verbot von MDMA wurde 2C-B eine Zeit lang als Ersatz in der Psychotherapie eingesetzt und in Sexshops unter Namen wie „Nexus“ oder „Erox“ verkauft.
Damit endete der legale Vertrieb. Die Substanz verschwand damit nicht, sondern wechselte den Markt.
In Kolumbien taucht rosa Pulver unter dem Namen „tusi“ oder „tucibi“ auf — die spanische Aussprache von 2C-B. Analysen finden darin meist Ketamin, MDMA und Koffein.
Warum das hier steht: Der Name hat die Substanz überlebt. Wer heute „Tusi“ oder „pink cocaine“ angeboten bekommt, bekommt nach allem, was Drugchecking-Stellen berichten, mit hoher Wahrscheinlichkeit kein 2C-B — sondern eine Mischung, deren Bestandteile andere Regeln haben.
Jahreszahlen und Namen sind Angaben wie alle anderen auf dieser Seite und noch nicht belegt.
Struktur
Belege
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.