Anabole Steroide
Abkömmlinge des Testosterons, genommen über Monate. Der Schaden entsteht nicht an einem Abend, sondern langsam — und zuerst ohne Beschwerden.
Testosteron, Nandrolon, Trenbolon, Methandienon, Oxandrolon
Das Hauptrisiko dieser Klasse ist nicht die Leber, wie oft angenommen, sondern das Herz-Kreislauf-System: Verdickung des Herzmuskels, deutlich verschlechterte Blutfette, verdicktes Blut. Diese Veränderungen verlaufen jahrelang ohne Beschwerden. Und: nach dem Absetzen folgt eine Phase mit stark gedrücktem Hormonspiegel, in der Depressionen häufig sind und Suizide beschrieben wurden. Wer absetzt, sollte das wissen und nicht allein durchstehen.
Was diese Klasse tut
Anabole androgene Steroide sind synthetische Abkömmlinge des Testosterons. Sie wirken über den Androgenrezeptor und verstärken den Muskelaufbau — zugleich wirken sie auf alles andere, was diesen Rezeptor kennt: Herz, Blutbildung, Fettstoffwechsel, Haut, Haare, Stimmung und die eigene Hormonproduktion. Die anabole von der androgenen Wirkung zu trennen, ist das erklärte Ziel jeder Neuentwicklung seit siebzig Jahren und bis heute nicht gelungen.
Was hier immer wieder schiefgeht
Das Muster der Klasse — es gilt auch für Substanzen, die hier noch keine eigene Seite haben.
Verdickung der linken Herzkammer, schlechtere Füllung, HDL fällt stark und LDL steigt, dazu verdicktes Blut durch vermehrte rote Blutkörperchen. Nichts davon tut weh. Die Folgen — Thrombose, Infarkt, Rhythmusstörungen — treten Jahre später auf und werden dann selten zugeordnet.
Der Körper stellt die eigene Testosteronbildung ein, solange von außen zugeführt wird. Hoden bilden sich zurück, die Fruchtbarkeit sinkt — meist über Monate umkehrbar, nicht immer. Was danach als „Motivationsloch“ beschrieben wird, ist häufig ein messbarer Hormonmangel.
Die 17-alpha-alkylierten oralen Vertreter belasten die Leber erheblich; injizierte Ester deutlich weniger. Das ist einer der wenigen Punkte, an dem die Darreichungsform mehr entscheidet als die Menge.
Untergrundprodukte enthalten regelmäßig zu wenig, zu viel oder einen anderen Wirkstoff. Bei einem Mittel, das über Monate genommen wird, verschiebt das jede Einschätzung — und unsteril hergestellte Ampullen sind eine eigene Gefahr.
Die Kombinationsregel der Klasse
Mehrere Anabolika gleichzeitig vervielfachen die Belastung für Herz und Blutfette, ohne dass der Zuwachs entsprechend mitwächst. Orale Vertreter zusammen mit Alkohol treffen dasselbe Organ. Stimulanzien — auch Ephedrin, Clenbuterol und hohe Koffeinmengen — treffen auf ein Herz, das ohnehin verdickt arbeitet und unter höherem Druck steht. Und die Mittel, die üblicherweise begleitend genommen werden, um Nebenwirkungen abzufangen, sind selbst verschreibungspflichtige Medikamente mit eigenen Wirkungen; sie machen die Lage nicht einfacher, sondern unübersichtlicher.
Toleranz
Eine Toleranz im pharmakologischen Sinn entsteht nicht. Was entsteht, ist etwas anderes und schwerer zu erkennen: nachlassender Zuwachs führt zu höheren Mengen und längeren Zeiträumen, und das Absetzen wird durch den Hormoneinbruch und durch die Angst vor dem Verlust des Erreichten schwer. Eine Abhängigkeit in diesem Sinn ist gut beschrieben — sie hängt nicht am Rausch, sondern am Körperbild.
Substanzen dieser Klasse
Belegte Kombinationen mit dieser Klasse
Verlinkt ist, was als gefährlich eingestuft ist — diese Kombinationen haben eine eigene Seite. Alles Übrige beantwortet der Prüfer.
Belege
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.