Krampfanfall — was zu tun ist und was nicht
Entwurf · ungeprüftSieht bedrohlicher aus, als er meistens ist — und wird trotzdem regelmäßig falsch behandelt. Das Wichtigste ist, was man unterlässt.
Beides sind die ersten Reflexe und beide schaden. Wer einen Gegenstand zwischen die Zähne schiebt, verursacht Zahn- und Kieferverletzungen und riskiert, dass Teile in die Atemwege geraten. Niemand verschluckt im Anfall seine Zunge — das ist anatomisch nicht möglich. Wer die Glieder festhält, verhindert das Zucken nicht, sondern erzeugt Zerrungen und Brüche.
Wodurch er in diesem Zusammenhang entsteht
Jeder Mensch hat eine Krampfschwelle — die Belastung, ab der Nervenzellen sich zu einer gemeinsamen Entladung hinreißen lassen. Mehrere Wege senken sie. Stimulanzien in hoher Dosis treiben die Erregung nach oben. Einige Substanzen senken die Schwelle direkt, Tramadol ist dafür das bekannteste Beispiel und wird dabei am seltensten mitgedacht. Und drittens, in der Praxis am häufigsten: der Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen. Dort ist der Anfall kein Zeichen von zu viel, sondern von zu wenig — und ein Grund, sofort ärztliche Hilfe zu holen.
Ein Anfall dauert in der Regel ein bis zwei Minuten. Danach folgt eine Phase, in der die Person tief schläft, verwirrt ist oder abwesend wirkt; sie kann eine halbe Stunde anhalten. Diese Phase ist normal und braucht vor allem Ruhe, keine Weckversuche.
Während des Anfalls
Auf die Uhr sehen. Die Dauer ist die wichtigste Angabe für den Rettungsdienst.
Platz schaffen: Möbel, Gläser, alles Harte wegräumen.
Etwas Weiches unter den Kopf. Brille abnehmen, enge Kleidung am Hals öffnen.
Nicht festhalten, nichts in den Mund, nicht beatmen, keine Herzdruckmassage.
Dabeibleiben und ruhig sprechen. Hören kann die Person unter Umständen mehr, als man denkt.
Nach dem Anfall
In die stabile Seitenlage bringen, sobald das Zucken aufhört.
Atmung prüfen und weiter beobachten.
Ruhe lassen. Nicht wachrütteln, nichts zu trinken geben, solange die Person nicht klar ist.
Erklären, was passiert ist, sobald sie ansprechbar wird — Verwirrtheit und Angst danach sind normal.
Wann der Notruf zwingend ist
Wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert. Wenn ein zweiter folgt, ohne dass die Person dazwischen wach wird. Wenn es der erste Anfall im Leben ist. Wenn er im Zusammenhang mit Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen steht. Wenn die Atmung danach nicht wiederkommt. Wenn die Person sich verletzt hat. Im Zweifel ohnehin — in diesem Zusammenhang ist der Zweifel die Regel.
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Der Entzug von Alkohol und Benzodiazepinen ist der häufigste krampfauslösende Fall und hat eine eigene Seite.
Belege
Keine Werbung, keine Konten, keine Messung — und deshalb keine anderen Einnahmen.