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Microdosing — was belegt ist und was nicht

Entwurf · ungeprüft

Sehr kleine, regelmäßige Mengen eines Psychedelikums, unterhalb der spürbaren Schwelle. Weit verbreitet, stark beworben — und die kontrollierten Untersuchungen dazu fallen bisher ernüchternd aus.

Die häufigste reale Gefahr ist nicht die Menge, sondern die Vormedikation

Ein großer Teil derer, die Microdosing versuchen, nimmt gleichzeitig Antidepressiva — häufig ist genau das der Anlass. SSRI dämpfen die Wirkung, was zum Erhöhen verleitet; MAO-Hemmer verstärken sie erheblich; die Kombination mit Lithium gilt als eine der gefährlichsten mit Psychedelika überhaupt. Wer Medikamente nimmt, klärt das ab, bevor er über Mengen nachdenkt.

Was damit gemeint ist

Als Microdose gilt eine Menge, die deutlich unter der spürbaren Schwelle liegt — üblicherweise wird ein Fünftel bis ein Zwanzigstel einer üblichen Menge genannt, eingenommen nach einem festen Schema über Wochen oder Monate. Erklärtes Ziel ist nicht ein veränderter Zustand, sondern eine Veränderung im Alltag: Stimmung, Konzentration, Kreativität. Genau daraus folgt das methodische Problem des ganzen Feldes — eine Wirkung, die man nicht spüren soll, lässt sich nur schwer von einer Erwartung unterscheiden.

Die üblichen Schemata

Keines davon stammt aus einer Untersuchung. Es sind Konventionen, die sich verbreitet haben, weil sie einfach zu merken sind.

Ein Tag von drei

Einnahmetag, dann zwei Tage Pause. Das mit Abstand verbreitetste Schema.

Vier Tage von sieben

Vier Tage hintereinander, drei Tage Pause — mit weiteren Zusätzen, für die es keine Belege gibt.

Jeden zweiten Tag

Einnahme, ein Tag Pause. Führt zur höchsten Gesamtmenge über die Zeit und damit zu den meisten offenen Fragen.

Warum überhaupt Pausen

Toleranz gegenüber Psychedelika baut sich sehr schnell auf. Ohne Pausentage wirkt dieselbe Menge nach wenigen Tagen kaum noch — die Pausen sind Pharmakologie, nicht Ritual. Mehr dazu

Was die Untersuchungen zeigen

Belegt
+

Sehr viele Menschen berichten von Verbesserungen. Das ist gut dokumentiert und nicht bestritten.

+

In Studien mit Schein-Einnahme treten dieselben Verbesserungen auch in der Kontrollgruppe auf.

+

Kleine Mengen erzeugen messbare akute Effekte — auf Wahrnehmung und Befinden am Einnahmetag.

Nicht belegt

Dass die berichteten Verbesserungen über die Erwartung hinausgehen. Die bisher größte selbstverblindete Untersuchung fand keinen belastbaren Unterschied zur Scheinbehandlung.

Eine Wirkung gegen Depression oder ADHS. Dafür laufen Untersuchungen; Ergebnisse, die eine Empfehlung tragen würden, gibt es nicht.

Dass es über Monate unbedenklich ist. Dazu gibt es schlicht keine Daten.

Die offene Frage, über die am wenigsten geredet wird

Klassische Psychedelika binden auch an den Serotonin-2B-Rezeptor. Eine dauerhafte Reizung dieses Rezeptors ist der bekannte Mechanismus, über den mehrere Medikamente Herzklappenschäden verursacht haben — sie wurden deshalb vom Markt genommen. Ob Microdosing-Schemata diese Schwelle erreichen, ist nicht untersucht. Das ist keine Warnung vor einem belegten Schaden, sondern der Hinweis auf ein plausibles Risiko bei genau der Anwendung, die sich von allen anderen unterscheidet: klein, aber über Monate und regelmäßig. Wer das über längere Zeit vorhat, sollte wissen, dass niemand sagen kann, was dabei herauskommt.

Was praktisch dagegensteht

Bei Pilzen lässt sich eine Microdose kaum abmessen

Der Wirkstoffgehalt schwankt zwischen Arten, zwischen Ernten und sogar innerhalb eines Fruchtkörpers erheblich. Ein Zehntel eines Gewichts ist deshalb kein Zehntel einer Wirkung. Die Bereiche stehen auf der Psilocybin-Seite.

Aus „nichts gespürt“ folgt oft mehr

Wer keine Wirkung bemerkt, erhöht. Das ist der übliche Weg, auf dem aus Microdosing unbeabsichtigt etwas anderes wird.

Latente psychische Erkrankungen

Die Vorsicht bei familiärer Vorbelastung — Psychosen, bipolare Störungen — gilt hier ebenso. Kleine Mengen sind nicht automatisch kleine Risiken.

Rechtlicher Status

Die Substanzen sind in Österreich und Deutschland dem Betäubungsmittel- beziehungsweise Suchtmittelrecht unterstellt. Daran ändert die Menge nichts.

Was hier noch fehlt

Fehlt noch

Die Aussagen zur Studienlage müssen mit den Arbeiten belegt werden, auf die sie sich stützen.

[BELEGE EINSETZEN — die placebokontrollierten und selbstverblindeten Untersuchungen zum Microdosing sowie eine Übersichtsarbeit zur 5-HT2B-Frage. Vor dem Einsetzen im Original lesen; die Ergebnisse werden in der Berichterstattung regelmäßig in beide Richtungen überzeichnet.]

Weiterlesen

Die Substanz, um die es dabei meist geht, und die Klasse, zu der sie gehört.

Psilocybin Psychedelika Toleranz

Belege

Diese Seite ist ein Entwurf und noch nicht belegt
[1][BELEG EINSETZEN — Leitlinie oder Fachquelle zu: Microdosing]
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